Trend Micros Future Threat Report 2010

Trend Micro hat seinen jährlichen Future Threat Report 2010 veröffentlicht, der die künftige Bedrohungslandschaft aufzeigt:

Virtualisierung, Cloud Computing und sich ändernde Internetstrukturen bieten Cyberkriminellen neue Möglichkeiten:

Infolge der weiteren Verbreitung von Cloud Computing und der Virtualisierungstechnologie in den Unternehmen geht der Sicherheitspezialist davon aus, dass die Cyberkriminellen neue Methoden finden werden, um ihre Profite zu vergrößern. Im November 2009 machte der US-Anbieter Danger.com Schlagzeilen, als es zu Problemen in seinem Cloud-basierten Rechenzentrum kam, in deren Folge die persönlichen Daten vieler Sidekick-Kunden unwiederbringlich verloren gingen. Der Vorfall demonstriert Schwachstellen des Cloud Computing und Trend Micro geht davon aus, dass Cyberkriminelle dabei entweder die Anbindung zur Cloud anvisieren oder aber das Cloud-Datenzentrum selbst auszunutzen versuchen werden.

Sich ändernde Internetstrukturen bieten Cyberkriminellen neue Möglichkeiten:

Das Internetprotokoll der nächsten Generation, Internet Protocol v.6 (IPv6), das von der Internet Engineering Task Force vorgestellt wurde, befindet sich noch in der Experimentalphase, das seit nunmehr 20 Jahren bestehende Protokoll IPv4 abzulösen. Nicht nur Anwender fangen an, sich mit IPv6 auseinanderzusetzen, auch Cyberkriminelle sind aktiv. Man kann erwarten, dass erste Proof-of-Concept-Elemente in IPv6 im kommenden neuen Jahr sichtbar werden. Mögliche Zugänge für einen Missbrauch beinhalten Covert Channels oder Command & Control.
Domain-Namen werden zunehmend internationalisiert und die Einführung regionaler Top-Level-Domains (Russisch, Chinesisch und arabische Schriftzeichen) wird neue Möglichkeiten kreieren, altbekannte Phishing-Attacken über ähnlich aussehende Domains aufleben zu lassen – mit der Nutzung kyrillischer Schriftzeichen anstelle von lateinischen Buchstaben. Trend Micro sagt voraus, dass es zu Reputationsproblemen und zu Missbrauch kommen wird, der für Sicherheitsanbieter eine große Herausforderung bedeutet.

Social Media und soziale Netzwerke bleiben im Fadenkreuz der Cyberkriminellen, die darüber versuchen, in den „Kreis der Vertrauten“ der Nutzer einzudringen:

Soziale Netzwerke sind aus Sicht der Kriminellen mittlerweile einträgliche Schauplätze, um an persönliche Informationen heranzukommen. Die Qualität und Quantität der dort veröffentlichten Daten der Benutzerprofile und die Möglichkeit, Interaktionen nachzuverfolgen, laden Cyberkriminelle geradezu ein, die Identität des Nutzers zu stehlen und für weitere Social Engineering-Angriffe zu missbrauchen. 2010 wird sich die Situation zuspitzen, so wird erwartet, dass vor allem bekannte Persönlichkeiten das Opfer manipulierter Profilseiten und gestohlener Bankdaten werden.

Globale Attacken werden aussterben – lokalisierte, gezielte Angriffe mehr werden:

Die Bedrohungslandschaft hat sich verändert; Attacken auf globaler Ebene, wie bei Slammer und CodeRed der Fall, gehören der Vergangenheit an. Nicht einmal der von den Medien begleitete Conficker-Vorfall im Jahr 2008 und Anfang 2009 war ein globaler Angriff im eigentlichen Sinn. Vielmehr handelte es sich dabei um einen besonders sorgfältig vorbereiteten und dirigierten Angriff. Künftig wird erwartet, dass die Zahl und die Raffinesse lokalisierter und gezielter Angriffe steigen wird.

Trend Micros weitere Vorhersagen für 2010:

  • So lange das Geld lockt, blüht das Cybercrime-Geschäft.
  • Windows 7 wird die Bedrohungslandschaft beeinflussen, denn in der Standardkonfiguration ist das Betriebssystem weniger sicher als Vista.
  • Risikomindernde Maßnahmen funktionieren immer weniger, selbst im Fall von alternativen Browsern und Betriebssystemen.
  • Malware verändert ihre Form oft innerhalb weniger Stunden.
  • Drive-By-Infektionen sind die Norm; der einmalige Besuch einer Website genügt um sich zu infizieren!
  • Es entstehen neue Angriffsvektoren für virtualisierte und Cloud-Computing Umgebungen.
  • Botnetze können nicht mehr gestoppt werden. Sie sind da, um zu bleiben.
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